Paul Lynch „Jenseits der See“

Rezension von Carola Nikschick in der Kategorie Buchtipps

Geschichten, die von Menschen und dem Meer erzählen, von ihrem Leben auf und mit und vom Meer, die liebe ich, die begeistern mich immer wieder seit ich Ernest Hemingway „Der alte Mann und das Meer“ gelesen habe.

Bolivar ist ein erfahrener und sturmerprobter Fischer, der entgegen aller Warnungen mit seinem Boot hinaus aufs Meer fährt, um den großen Fang zu machen. Hector, ein unerfahrener junger Mann, begleitet ihn. Und dann, im tiefschwarzen Dunkel, peitscht das Meer, tobt ein Sturm über das Boot und reißt die beiden Männer aus dem Schlaf. Das Funkgerät und ihre Habseligkeiten werden über Bord geschleudert und für die Männer beginnt ein Kampf um Leben und Tod. Niemand weiß, wo sie sind.
Und jetzt beschreibt Paul Lynch in einer bildgewaltigen und poetischen Sprache, wie die beiden Männer mit allen Mitteln versuchen zu überleben und gegen den schleichenden Wahnsinn, der von ihrem Geist Besitz ergreifen will, ankämpfen. Bolivar und Hector schauen auf ihr Leben, diskutieren miteinander über Gott und die Welt und ringen mit dem Tod.
Mit jedem Satz konnte ich die Einsamkeit und Angst, die Hoffnungslosigkeit und doch immer wieder aufkeimende Hoffnung spüren, hatte ich intensive Bilder dieser unglaublichen, kraftvollen Natur – das war für mich faszinierend und beeindruckend.

Für mich war Paul Lynchs „Jenseits der See“ ein unsagbar atemloses und stürmisches Leseerlebnis mit einer unglaublich lebendigen und kraftvollen Sprache.

Und dank der Übersetzung durch Eike Schönfeld für mich unvergesslich und ein absolutes Highlight.

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