Kalte Sonne

Rezension von Olga in der Kategorie Testleser

Kalte Sonne

Inhalt/Klappentext:

 

Sort Sol, die schwarze Sonne, verwandelt den stürmischen Herbst auf Jütland in eine unheimliche Kulisse.

Während gigantische Vogelschwärme den Himmel über Dänemark verdunkeln und Bilder von Überschwemmungen die Nachrichten dominieren, sieht Maja im Fernsehen etwas, das unmöglich ist: Der Mann, der im Hintergrund durchs Bild läuft, ist Erik, ihr verstorbener Ehemann! Nur wurde Eriks Leiche vor sechs Jahren aus dem Meer gezogen und mittels DNA-Abgleich eindeutig identifiziert.

Maja beginnt, die gemeinsame Vergangenheit zu hinterfragen. Was sie findet, beschwört ein Unwetter herauf, ebenso dunkel und unheimlich wie die Zeit der schwarzen Sonne.

 

 

Meine Meinung:

 

Die Handlung des Buches ist nichts Neues. Eine kleine, scheinbar glückliche Familie, bis der Mann schließlich aus unbekannten Gründen Suizid begeht. Hinzu kommt, dass sich recht schnell herausstellt, dass die Protagonistin des Buches an einem Kindheitstrauma leidet und einen hilfsbereiten, freundlichen Kollegen hat. Abgesehen davon gibt es den Nachbar mit dem seltsamen Hobby. Somit wird der Großteil aller Klischees bereits nach wenigen Kapiteln abgedeckt.

Aber es gibt einen kleinen Punkt, welcher das Buch von anderen unterscheidet. Der rechtsradikale, politische Aspekt. Leider wird dieser Aspekt nicht ausgenutzt und wirkt eher wie ein Lückenfüller. Der Schwerpunkt liegt viel mehr auf übertriebenem Selbstmitleid der Charaktere. Wenn dann mal etwas passiert, wird die leicht aufkeimende Spannung nicht genutzt, wodurch die Szene am Ende nicht überzeugt.

Zur Spannung allgemein kann ich sagen, dass sie einfach nicht vorhanden war. Der Handlung plätschert bereits nach den ersten einhundert Seiten dahin. Ihr geht schlichtweg die Luft aus. Das Buch wirkt zu sehr in die Länge gezogen und nimmt keine Fahrt auf. Außerdem ist die Handlung an vielen Stellen vorhersehbar. Die Chance, Wendungen einzubauen, wurde überhaupt nicht genutzt.

Die Charaktere sind meiner Meinung nach viel zu flach. Da fehlt die Tiefe. Sie sind da. Und das war es dann auch. Keine Besonderheiten, keinen Wiedererkennungswert. Nichts. Es gibt keine einzige Entwicklung. Man hätte kleine Nebenhandlungen einbauen können, damit der Leser eine Verbindung – oder überhaupt Sympathie – zu den Protagonisten aufbauen kann. Erneut Fehlanzeige. Obwohl man Maja die ganze Zeit vor sich hat, da das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist, wirkt auch sie blass. Nur ihre Rolle als Ehefrau und Mutter wird immer wieder aufgegriffen und wiederholt. Insgesamt kann man ihr überhaupt nicht nahekommen. Auf Dauer wirkt sie vielmehr nervig als sympathisch.

Das Buch als Ganzes ist mehr als enttäuschend. Zwar merkt man, dass Potenzial – besonders was den politischen Aspekt angeht – vorhanden ist, doch nichts davon wurde auch nur ansatzweise genutzt. Es geht schleppend los, steigert sich überhaupt nicht und endet ebenfalls schleppend. Leider ist das Buch alles andere als gelungen.

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