Hotel Cartagena

Rezension von Krimimimi in der Kategorie Bloggertipps

Mich hat Simone Buchholz mit „Blaue Nacht“ gekriegt und seitdem gefällt mir jeder Krimi von ihr sogar noch besser als der vorige. Obwohl ich mir das nie vorstellen kann, das es noch besser geht.
Aber Nicole Abraham hatte noch nie einen Krimi von ihr gelesen. Daher war ich total gespannt, ob sie beim neunten Band gut einsteigen kann. Immerhin ist in den vorigen Bänden viel passiert und vielleicht entspannt sich die Magie um Chastity Riley nur nach und nach. Obwohl, mit hatte sie ja auch gleich auf den ersten Seiten gewonnen.

Und bei „Hotel Cartagena“ läuft Chastity zu Hochtouren auf, quasi direkt rein in den Fieberwahn. Natürlich dann, wenn es gar nicht passt, nämlich während einer Geburtstagsfeier, die dann gesprengt wird. Also, zumindest bildlich, weil plötzlich ein Dutzend maskierter Männer in die Bar kommen und alle Gäste als Geiseln nehmen. Die haben natürlich keine Ahnung, dass hier ein Kommissar seinen Eintritt in den Ruhestand feiert. Ob die Kollegen die Geiselnehmer überwältigen? Ich verrate nix.

Fragt Ihr Euch jetzt, was diese Geschichte mit Cartagena zu tun hat? Auch das verrate ich nicht. Nur so viel: In Rückblenden erzählt der Roman die Geschichte eines Jugendlichen, der auf St. Pauli seinen Platz in dieser Welt nicht findet und auf einem Containerschiff anheuert. Ohne festes Ziel, und so landet er in Cartagena.

Eine gute Geschichte, kein Hau-Drauf-Krimi, viel Sprachpoetik. Und die Zartheit der Wörter schliesst das Herz beim Lesen auf. Dann kommt der Schmerz der Protagonisten allerdings auch mit geballter Kraft rein. Oder wie geht Euch das, wenn Ihr sowas lest? „Er atmet tief durch, und die Nachtluft schraubt sein Herz auf, damit der Augenblick, der gleich kommt, da auch keinkann.“

Und in das Herz, da kommt viel rein. Also nicht nur in das von Stepanovic, sondern auch in meins beim Lesen. Euch geht es hoffentlich genauso.

Text: Krimimimi

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