Hannah Häffner „Die Riesinnen“

Rezension von Carola Nikschick in der Kategorie Buchtipps

Hannah Häffner erzählt in „Die Riesinnen“ von Müttern und Töchtern, vom Mut und der Kraft, eigene Wege zu gehen, und von der Verbundenheit zu einem Ort, der auch Heimat sein kann.

Es ist ihre wunderbar ruhige und poetische Sprache, die kraftvolle und intensive Bilder zeichnet, ihre Figuren zum Leben erweckt und das Rauschen des Schwarzwaldes spüren lässt.

Liese, Cora und Eva Riesberger, drei Frauen – drei Generationen, drei verschiedene Leben. Sie sind auffällig groß, und werden im Dorf nur „die Riesinnen“ genannt. Sie sind eigensinnig, halten viel aus, suchen ihren Platz im Leben, hadern, streiten und kämpfen und wissen doch, wo sie sein können, sein dürfen, sein wollen.
Ihre Heimat – Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, die Natur gewaltig, kraftvoll, die Menschen verwurzelt, die 60er Jahre. Liese ist Mitte zwanzig, hat eine Sehnsucht in sich nach der Welt, aber sie geht nicht. Sie ist mit Bernhard verheiratet, seine Familie gehört in dieses Dorf, er hat sein Haus gebaut und jetzt braucht’s nur noch einen Sohn, aber Liese bekommt ein Mädchen – Cora. Cora ist wild und laut und klug, und sie trägt eine Wut und Kraft in sich, die Bernhard nicht erträgt – er schlägt. Aber Liese liebt sie mit aller Kraft.
Als Bernhard bei einem Unfall ums Leben kommt, muss Liese für sich und Cora ihr Leben in die Hand nehmen. Sie kämpft sich frei. Liese und Cora, sie brauchen nur sich, gegen das Gerede, den Spott und die Blicke. Die Zeiten ändern sich und Liese lässt Cora in die Welt gehen, doch die Umstände bringen sie zurück ins Dorf, in die Enge, in der sie nicht sein wollte. Cora ist schwanger, und Eva kommt zur Welt. Ein uneheliches Kind in den 80er Jahren. Und Cora bleibt, mit Zweifeln und Ängsten – vielleicht gehört sie doch hierhin. Und Eva wird geliebt, darf wachsen und sein, könnte überall hingehen, aber sie bleibt – hier hat sie Wurzeln, die sie halten, und die Liebe ihrer Mutter und Großmutter.
Liese, Cora und Eva, drei Frauen, die sich nicht den Erwartungen anderer fügen wollen, die hadern und hoffen, füreinander – und getragen werden von der Liebe zueinander.

„Die Riesinnen“ war ein unglaublich intensives Leseerlebnis. Ich habe noch in keinem Buch so viele Worte und Sätze markiert.
Liese, Cora und Eva, drei Frauen, die sich ihr Leben gestalten, nicht aufgeben, klug und stark, und voller Liebe füreinander…
Eine Geschichte, die mich von der ersten Seite, mit dem ersten Wort, nicht mehr losgelassen hat.

 

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