Elyse Durham: Maja und Natascha

Rezension von Janina Buschmann in der Kategorie Buchtipps

Buchcover Maja und Natascha

Leningrad, 1958. Die Schwestern Maja und Natascha sind unzertrennlich. Seit ihrer Kindheit teilen sie einen Traum: professionelle Balletttänzerin zu werden. Und zwar nicht an irgendeinem Provinztheater, sondern am Kirow. Jahrelang haben sie dafür an der Waganowa-Akademie trainiert, unter unglaublichem Leistungsdruck alles aus sich herausgeholt. Und nun ist es Zeit für die große Gala, die entscheiden wird, ob sie engagiert werden oder nicht. Als kurz vorher eine neue Anordnung in Kraft tritt, werden die Schwestern zu erbitterten Konkurrentinnen – denn nur eine von ihnen wird es schaffen. Und nach der Gala wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.

Der Debütroman von Elyse Durham entführt uns in die Welt des sowjetischen Balletts. Wir tauchen ein in den harten Alltag der jungen Tänzerinnen und Tänzer, erfahren von ihren Problemen, ihren Beziehungen untereinander, den Opfern, die sie bringen. Hier kommen ballettbegeisterte Leser:innen voll auf ihre Kosten – aber „Maja und Natascha“ versinkt nicht in diesem Mikrokosmos. Die Schwestern werden älter, und ihr Leben ist nicht nur bestimmt vom Tanz, sondern vor allem auch vom langen Arm der Sowjetunion. Wie der Staat in ihr Leben eingreift, was sie fürchten und worauf sie verzichten müssen, wird zum zentralen Thema des Romans. Und so erzählt „Maja und Natascha“ nicht nur von der Beziehung zweier Schwestern, sondern fängt auch ein Stück Zeitgeschichte und Lebensgefühl ein.

Ein toller Debütroman, in dem ich so richtig versunken bin.

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