Dunkelsommer

Rezension von Krimimimi in der Kategorie Bloggertipps

Kurz & knapp: Worum geht es?

Jede Nacht fährt Lelle durch die Gegend um Norrland und sucht seine Tochter. Vor drei Jahren ist sie spurlos verschwunden, nachdem Welle sie zu einer Bushaltestelle gebracht hat. Inzwischen ist Lelles Ehe durch den Verlust zerbrochen und er lebt immer zurückgezogener. Die Schuldgefühle fressen ihn auf. Nur ein Polizist schaut ab und zu nach ihm. Aber der hatte ihn auch schon im Verdacht, selbst der Täter zu sein.

Und dann zieht die 17-jährige Meja mit ihrer Mutter in diese Gegend. Für Meja ist Umziehen nichts Neues, mit ihrer unstetigen Mutter musste sie schon unzählige Male neu anfangen. Sie hofft nur, dass der neue Freund ihrer Mutter ihr nicht zu nahe kommt. Schließlich haben sich die beiden im Internet kennengelernt und nun wohnen sie zu dritt in einer Hütte im Wald. Bald erfährt Meja, dass ihr neuer „Stiefvater“ als Porno-Torbjörn bekannt ist und noch nie eine Partnerin hatte. Ein Kauz also, aber noch mehr ist Meja von ihrer psychisch labilen Mutter genervt.

Als eine weitere junge Frau im Teenageralter verschwindet, zieht Lelle als erstes die Parallelen zu seiner Tochter. Treibt ein Serientäter sein Unwesen?

Ist der Thriller Teil einer Reihe?

Dieser Thriller ist das literarische Debüt der Autorin und soweit ich weiss, ist bisher keine Serie geplant.

Die Hauptprotagonisten in einem Satz

Lelle sieht vor lauter Schmerz kaum noch die Welt um ihn herum und Meja sucht Verlässlichkeit. Für einen Kühlschrank, der regelmäßig gefüllt ist, schaut sie über einiges hinweg.

Wie blutig/eklig ist dieser Thriller?

Kaum. Und er ist auch viel mehr Psycho als Thriller.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Spielt eine Rolle, wird aber nicht kitschig.

Wie hat mir der Thriller gefallen?

Ich musste ein wenig Geduld aufbringen, um mich auf die Geschichte einzulassen. Viel Action könnt Ihr nicht erwarten. Aber dafür umso mehr innere Katastrophenfelder und eine bedrückende Atmosphäre. Mich hat dabei am meisten beeindruckt, wie eingesperrt einige der Protagonisten sind. Und das meine ich nicht räumlich, sondern in sich selbst, ihren Gedanken und Gefühlen. Dazu die Einsamkeit der ländlichen Gegend und die Hilflosigkeit, mit dem Verlust von Melles Tochter umzugehen. Dieser Thriller ist ein Psycho-Drama, das zum Schluss dann doch richtig spannend wird. Peter Lontzek liest das Hörbuch aus meiner Sicht hervorragend.

Ein kleiner Wermutstropfen ist lediglich, dass ich ungefähr ab der Hälfte des Buchs den Täter erraten hatte. Und auch wenn die Abwesenheit von Action zu dieser Gegend sicher perfekt passt, hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht. Zumindest die Polizei könnte etwas präsenter agieren. Daher vergebe ich 4 von möglichen 5 Mimis und wünsche Euch viel Freude mit diesem Thriller, egal ob Ihr ihn lest oder anhört.

Text: Krimimimi

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