Dror Mishani: Vertrauen

Rezension von Carola Nikschick in der Kategorie Buchtipps

Ich bin schon einige Jahre ein großer Fan von Dror Mishani und seinem Inspektor Avi Avraham. Damals sind die Krimis noch im DTV Verlag erschienen. Jetzt erscheinen seine Bücher nach und nach im Diogenes Verlag und das freut mich natürlich sehr.
Hier darf man kein Gemetzel, keine blutrünstigen Serientäter erwarten, hier geht es um allerbeste Ermittlungsarbeit.
Vielleicht kennen Sie ja seinen zuletzt erschienenen Roman „Drei” – der war einfach grandios!
Jetzt lässt Dror Mishani in seinem neuen Buch „Vertrauen” aber wieder seinen Inspektor Avi Avraham ermitteln. Avi Avraham dieser nachdenkliche und eigensinnige Ermittler. Er ist seit zwei Jahren Leiter des Ermittlungsdezernats in Cholon, einem Vorort von Tel Aviv und macht laut seinem Vorgesetzten hervorragende Arbeit. Aber Avi hat genug von diesen „Bagatellfällen” er möchte sich verändern, spektakulärere Fälle, vielleicht auch internationale Ermittlungen übernehmen, wo, das weiß er selbst nicht so genau. Da bekommt er gleich zwei scheinbar unspektakuläre Fälle auf den Tisch. Während sich seine Kollegin Esthi Wahabe im Fall eines ausgesetzten Säuglings auf die Suche nach der Mutter macht und sich dabei mit einer absolut aggressiven und verlogenen Tatverdächtigen auseinandersetzen muss, übernimmt Avi den Fall eines Touristen, der unter falschem Namen in einem Hotel eingecheckt hat und auf merkwürdige Weise verschwunden ist. Und dann wird eine männliche Leiche aus dem Meer gefischt.
Wie ein Puzzle setzten sich hier die Ermittlungen zusammen und führen in beiden Fällen von Tel Aviv nach Paris. Aber gibt es wirklich eine Verbindung?
Sowohl Avi als auch seine Kollegin haben oft mehr Fragen als Antworten, müssen sich mit immer neuen und oft haarsträubenden Lügengeschichten auseinandersetzen und die Ermittlungen werden in beiden Fällen zu einem nervenaufreibenden Geduldsspiel.
Dror Mishani nimmt uns mal wieder mit in menschliche Tragödien und Abgründe, gewährt uns einen kleinen Einblick in den israelischen Alltag und setzt sich mit Glaubensfanatismus und der Arbeit der Geheimdienste auseinander.
Mit Avi Avraham haben wir einen Ermittler, der, hat er erst mal eine Spur, eine Merkwürdigkeit entdeckt, so schnell nicht locker lässt.
Ich mag diesen Avi Avraham und sein Team.

Übersetzt von Markus Lemke.

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