Der Gesang der Flusskrebse

Rezension von Krimimimi in der Kategorie Bloggertipps

Kurz & knapp: Worum geht es?

Chase ist stadtbekannt als Schürzenjäger, Erbe wohlhabender Eltern und Sonnyboy – bis zwei Jugendliche seine Leiche finden. Ist er vom alten Feuerwachturm gestürzt? Der Sheriff findet weder Fußspuren noch Fingerabdrücke und vermutet Fremdeinwirkung. Doch wer könnte so spurlos agieren und ein Motiv haben? Nach und nach fällt der Verdacht auf die junge Frau Kya. Sie lebt allein vor den Toren der Stadt und kaum jemand im Ort kennt sie. Aber alle erzählen sich Geschichten über sie.

Fest steht, dass Kya allein in einer ärmlichen Hütte in der Marsch lebt. Ihre Mutter hat die Familie verlassen, als Kya sechs Jahre alt war. Danach sind ihre drei Geschwister abgehauen und ein paar Jahre später ist auch der Vater nicht wiedergekommen. Kya war nur einen einzigen Tag ihres Lebens in der Schule und versteckt sich erfolgreich vor allen Behörden. Wovon sie lebt, wissen nur wenige. Und ausgerechnet mit dieser Aussenseiterin soll Chase mehrere Jahre ein Verhältnis gehabt haben. Munkelt man zumindest in der Stadt. Hat Kya ihn tatsächlich ermordet?

Ist der Krimi Teil einer Reihe?

Nein, ich fürchte nicht.

Wie blutig/eklig ist dieser Krimi?

Kaum.

Die Hauptprotagonistin in einem Satz

Kya alias Catherine Danielle Clark, auch bekannt als das „Marschmädchen“, ist eine wissbegierige Autodidaktin, sensibel und patent.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Liebe ist ein großes Thema in diesem Roman, aber nicht immer ist sie glücklich.

Mein Lieblingssatz aus dem Krimi

„Ich hab nich gedacht, dass Wörter so viel meinen können. Ich hab nich gewusst, dass ein Satz so voll sein kann.“

Welche Themen kommen im Krimi vor?

Der Roman schildert lebendig, wie Menschen in den 1960er- und 1970er Jahren in North Carolina wegen ihrer sozialen Schicht oder Hautfarbe ausgegrenzt und vorverurteilt werden. Genauso eindringlich ist, wie die Weltwirtschaftskrise wirtschaftliche Existenzen vernichtet und menschliche Wracks zurückgelassen hat.

Aber das wohl stärkste Thema der Geschichte ist die Einsamkeit in der Marsch und wie eine Frau lernt, damit umzugehen.

Wie hat mir der Krimi gefallen?

Ich habe lange nicht mehr so anhaltend bei der Lektüre eines Romans geweint wie bei diesem. Er ist sicher kein klassischer Krimi, sondern eher ein Drama – aber nicht weniger eindringlich als mancher Psychothriller. Wie man in ein einziges Buch so viel Einsamkeit und so viel Liebe unterbringen kann, ist ein Wunder.
Die Sprache hat mich von der ersten Seite an in das Marschland entführt und ich bin jeder Figur der Geschichte nahe gekommen. Dieser Roman verbindet ein bisschen Krimi und ein bisschen Gerichtsthriller mit intensiven Gefühlen und einer tiefen Liebe zur Natur. Ein besonderes Buch und das verdient volle 5 von 5 möglichen Mimis.

Text: Krimimimi

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