Ein Spannungsroman, bei dem einfach alles stimmt.
In Kinlough, dem kleinen Städtchen an der irischen Westküste, kennt jeder jeden. Oder so fühlt es sich zumindest an. Hier wachsen Anfang der 2000er Jahre Joe, Mush, Helen, Aiofe, Aidan und Kala auf. Sie sind eine nahezu unzertrennliche Clique – und die ungestüme, mutterlose Kala ist das glühende Zentrum, um das die anderen kreisen. Als sie spurlos verschwindet bricht die Gruppe auseinander. 15 Jahre später sind von der originalen Gruppe nur drei übrig – Helen, Joe und Mush. Nach so langer Zeit treffen sie in Kinlough wieder aufeinander, loten aus, ob sie noch Freunde sind und was sich verändert hat in all den Jahren. Als dann menschliche Überreste gefunden werden, ist klar: Es ist Zeit, Kalas Verschwinden aufzuklären und sich zu erinnern, was damals geschehen ist.
„Kala“kommt zwar auf den ersten Blick mit einer klassischen Small Town Mystery daher, ist aber noch so viel mehr. Colin Walsh findet eine tolle, lockere Sprache und einen ganz eigenen Sound, der über allen Geschehnissen so einen nostalgischen Zauber schweben lässt, dass es nahezu magisch wird. Das funktioniert im englischen Originaltext natürlich nochmal ein bisschen besser als in der deutschen Übersetzung – aber auch die ist absolut lesenswert. Innerhalb kürzester Zeit taucht man so tief in die Figuren ein, dass man das Gefühl hat, selbst mal mit ihnen befreundet gewesen zu sein. Mit viel Fingerspitzengefühl nähert sich Colin Walsh seinen Charakteren und deren Geschichte, immer mit einem genauen Blick auf die Schlüsselmomente, die die Beziehung zwischen ihnen definieren oder verändern. Ein abolut spannender Coming-of-age Roman und für mich jetzt schon ein Jahreshighlight.
