Wo fahren wir hin, Papa?

von Jean-Louis Fournier
Rezension von: Manuela
Inhalt: 
In diesem Buch geht es um das Leben von und mit behinderten Kindern. Sie wird aus der Sicht des Vaters erzählt.
Kritik:
Als ich das Buch in der Hand hielt und es mir ansah und das Thema erkannte, machte ich mir so meine Gedanken ob ein Buch über behinderte Kinder gut sein kann. Doch warum sollte es weiter ein Tabu-Thema sein und nur sehr sachliche Schilderungen erlaubt sein.

Fourniers Witz und seine Art zu schreiben, verunsicherte mich auf den ersten paar Seiten sehr. Ich muss sagen, dass mich einige seiner Gedanken sehr schockierten. Was sich aber in Bewunderung wandelte, da es sehr beeindruckend war, wie offen er mit seinen Gedanken und sehr persönlichen Momenten umgeht. Und wenn man mal ehrlich ist, wird einem klar, dass bestimmt schon jeder Elternteil eines behinderten Kindes negative Gedanken hatte…

Das Buch folgt auf den ersten Blick keinem roten Faden, es springt eher in der Zeit  und auch die Situation ist immer eine andere. Doch das ist es, was mir an diesem Buch so gut gefällt. Es wird nicht langweilig und man fragt sich, was wohl als nächstes passieren wird. Am Ende ist klar, dass die Reihenfolge der Situationen nicht wahllos getroffen wurde. Es hat alles seinen Sinn…

Um nicht zu viel zu verraten, möchte ich an dieser Stelle enden und nur noch eines  erwähnen. Die Gedanken und Gefühle, die Fournier zum Schluss schilderte, bewegten mich sehr. Mit einem Lächeln und Tränen in den Augen, schloss ich das Buch und dachte noch eine Weile nach.

Fazit: Für mich ist es ganz klar ein Buch, was in meinem Bücherregal einen festen Platz bekommen wird. Zum einen weil es mich sehr bewegte und zum anderen, weil es mich daran erinnert, dass es nicht nur eine Art gibt mit schwierigen Situationen und Lebenslagen umzugehen.

Empfehlung: Es fällt mir schwer für dieses Buch eine Lesegruppe festzulegen. Man muss sich für das Thema interessieren und die Art mit Humor die schweren Situationen zu verarbeiten mögen. Dennoch würde ich es Menschen die sich mit dem behinderten Kindern zu tun haben ans Herz legen. Ob ich es unbedingt Eltern empfehlen würde weiß ich nicht, es könnte gefallen, aber auch zu viele Gedanken auslösen.