Dirty Cops

von Adrian McKinty
Kurz & knapp: Worum geht es?

1988 in Nordirland ist der Alltag von Anschlägen der IRA sowie von Mißtrauen zwischen Katholiken und Protestanten geprägt. Da wird niemand in der Polizeispitze hellhörig, wenn ein kleiner Drogendealer durch einen Schuss aus der Armbrust ermordet wird und einige Tage später eine Tarnorganisation der IRA hierfür die Verantwortung übernimmt. Detective Inspector Duffy möge denn Fall doch einfach zu den Unterlagen der ungeklärten Fälle legen. Ebenso, dass die Frau des Opfers wenige Tage nach dem Mord verschwunden ist.
Duffy und seinen Kollegen scheint der Mord aber nicht in das übliche Muster passen und je weiter sie ermitteln, desto mehr Steine werden ihnen in den Weg gelegt. Wie kommt es, dass gerade jetzt ein kompromittierender Zeitungsartikel über Duffy erscheint? Und als er nicht nachlässt, wird er sogar von einem IRA-Kommando entführt. Das ganze passiert auch noch, während seine Freundin Beth seit ein paar Tagen bei ihren Eltern ist und grundsätzlich über deren Beziehung nachzudenken scheint. Duffy droht alles zu verlieren, aber er ist ein Kämpfer.

Ist dieser Krimi Teil einer Reihe?

Ja, dies ist bereits der sechste Band um Jean Duffy. Bisher erschienen sind „Der katholische Bulle„, „Die Sirenen von Belfast„, „Die verlorenen Schwestern„, „Gun Street Girl“ und „Rain Dogs„. Und aus meiner Sicht sind sie alle sehr lesenswert.

Wie blutig/eklig ist dieser Krimi?

Kaum. Der Fokus dieses Krimis ist die Ermittlerarbeit am Mordfall und warum diese sich so mühsam gestaltet.

Der Hauptermittler in einem Satz

Sean Duffy ist ein feiner Kerl mit einem starken Gerechtigkeitssinn und Pragmatismus, der wenig auf Hierarchien gibt und mit seiner Sturheit zwar manchen Fall löst, dabei aber meist auch einigen Leuten gehörig auf die Füße tritt.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Duffy ist sehr verliebt in seine Freundin und deren 6 Monate alten Tochter, was eine schöne Begleiterscheinung zur Haupthandlung ist. Auch wenn der Haussegen ab und zu schief hängt.

Mein Lieblingssatz aus dem Krimi

„Das stets präsente, ewig nervende Belfaster Gesetz trat in Kraft: Was immer du sagst, sag nichts.“

Wie hat mir der Krimi gefallen?

Sean Duffy ist einer meiner Lieblingsermittler, weil er so stur und stolz ist und dabei ein Teamplayer und liebender Partner und Vater. Er ist zu vielen wichtigen Leuten auf die Füße getreten und gibt sich trotzdem immer noch nie mit weniger als der Wahrheit zufrieden. Und von diesem aufrechten Charakter, der entspannt auch mal einen Joint raucht und viele Macken hat, kann ich auch nach Band sechs nicht genug bekommen.
Genauso wichtig beim Lesegenuss sind mir die vielen Details aus der gesellschaftlich und politisch aufgewühlten Situation zu der Zeit in Nordirland, die mich von Anfang an in die Atmosphäre der Handlung ziehen. In diesem Krimi ist der Mordfall nur der Eingang zur Welt von Sean Duffy. Mit all seinen Vertrauten und Gegnern bei der Polizei von Carrickfergus, seinen persönlichen Verstrickungen zur IRA und seinem fragilen Privatleben.
Wahrscheinlich ist der Lesegenuss geringer, wenn man mit diesem Band in die Reihe einsteigt. Aber als bekennender Fan dieser Serie vergebe ich wieder einmal volle 5 von 5 Mimis.

Text: Krimimimi